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Braunbär jagt Reh: Faszinierende Beobachtung einer wilden Jagd in der Tatra

Im Laufe der Saison gab es zahlreiche außergewöhnliche Wildtierbegegnungen. Während einer unserer Beobachtungen wurden wir Zeugen einer vierminütigen Verfolgungsjagd zwischen einem Reh und einem Braunbären. Zunächst entdeckten wir hoch am Hang ein Reh mit mächtigem Geweih. Augenblicke später stürmte von oben ein Braunbär herab, woraufhin das Reh sofort die Flucht ergriff und über die alpinen Wiesen hangabwärts nach links lief.

Der Braunbär erreichte Geschwindigkeiten von mindestens 30 km/h und blieb dabei nur etwa 20–40 Meter hinter dem Reh. Das Reh versuchte, durch das Latschenfeld zu entkommen, doch selbst in schwierigem Gelände blieb der Bär dicht hinter ihm. Anschließend änderte das Reh seine Taktik und lief direkt hangabwärts auf uns zu. Beim Bergablaufen verlangsamte sich der Bär zum ersten Mal leicht, da ihm das Abwärtslaufen weniger effizient fällt als das Queren des Hangs.

Das Reh verschwand schließlich auf einem schmalen Pfad im Latschenfeld, den wir noch verfolgen konnten. Der Bär hatte jedoch keinen Sichtkontakt mehr. Dennoch folgte er innerhalb einer Minute exakt derselben Route, die das Reh genommen hatte. Auch ohne es zu sehen, konnte der Bär die Bewegungen des Rehs wahrnehmen und ihm präzise folgen. Schließlich lief der Bär etwa 70 Meter an uns vorbei, hielt für 2–3 Sekunden inne, um uns anzusehen, und setzte die Verfolgung sofort fort. Überraschenderweise zeigte der Bär keinerlei Anzeichen von Erschöpfung und jagte seiner Beute unbeirrt weiter nach.

Eine solche Jagd kann – mit Pausen – Tag und Nacht andauern, bis das Reh erschöpft ist. Sobald die Verdauung des Rehs nachlässt und es an Kraft verliert, erlangt der Braunbär schließlich seine Beute. Energie, Ausdauer und List – so jagen große Raubtiere. Die Natur ist wild und wunderschön.

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